Aktuelles

Projekt InTherAKT

– Initiative zur Therapiesicherheit in der Altenhilfe durch Kooperation und Teamwork –

 

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass das Medikamentenmanagement und die Arzneimittelversorgung bei Bewohnern in Pflegeeinrichtungen eine Herausforderung für alle Beteiligten der Gesundheitsberufe ist und einen Teil der derzeitigen Versorgungsproblematik ausmacht.

 

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität hat daher das Projekt InTherAKT initiiert mit dem Ziel den Kontakt zwischen Pflegeeinrichtungen, Hausärzten und Apothekern zu verbessern und somit die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen. Als eine von 12 Apotheken im Münsterland arbeiten wir seit Anfang 2016 mit an diesem innovativen Projekt.

 

Im Rahmen des Projekts wird von uns eine Medikationsanalyse der verordneten Arzneimittel eines Heimbewohners durchgeführt. Arzneimittelbezogene Probleme werden so aufgedeckt und über eine eigens entwickelte Software an den behandelnden Hausarzt weitergegeben. Dieser kann daraufhin über die Notwendigkeit einer Therapieanpassung entscheiden.

Zudem führen geschulte Pflegefachkräfte in den Pflegeeinrichtungen eine regelhafte Therapiebeobachtung durch und informieren über etwaige Anpassungserfordernisse.

 

Beim Deutschen Schmerzkongress im Oktober 2017 in Mannheim wurden die Ergebnisse des Projekts vorgestellt.

Die Angemessenheit der Arzneimitteltherapie wurde um 25 Prozent verbessert. In Einzelfällen wurden bis zu 5 Medikamente gestrichen. Übermedikation konnte generell vermieden werden. Herzstück der gemeinsamen Arbeit von 15 Hausärzten, 12 Apotheken und dem Pflegepersonal aus 10 münsterischen Altenhilfeeinrichtungen ist eine Online-Plattform, die inzwischen zum Patent angemeldet ist. Die Ergebnisse des Projektes gelten als bedeutsam für die Zukunft der Altenpflege.

 

Sowohl der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, als auch die Kammerpräsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe Frau Gabriele Regina Overwiening, zeigten sich vom Projekt begeistert. 

Sehen Sie selbst:

 

 

 

 

Kooperationspartner: Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Hausärzteverbund Münster, Maria-Hötte-Stift u.a.

 

 

 

 

 

Gesundheitsnachrichten

Amputationen bei Diabetikern


Gesunde Füße sind besonders bei Diabetikern wichtig.

Viele der jährlich etwa 50.000 Fußamputationen bei Patienten mit Diabetes sind nach Einschätzung von Experten vermeidbar. Teamarbeit zwischen den Ärzten und spezialisierte Kliniken verringern das Amputationsrisiko.

Weniger Amputationen in spezialisierten Einrichtungen

Oft beginnen die Probleme bei Diabetikern mit einer kleinen Verletzung am Fuß oder zu engen Schuhen. Ralf Lobmann vom Klinikum Stuttgart und Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erläutert: „Durch ihre Krankheit nehmen viele Diabetiker alles unterhalb des Knies nicht mehr aktiv wahr – auch keine Schmerzen. Zudem ist bei Diabetes das Immunsystem beeinträchtigt und so heilen Wunden schlechter.“

Ein Patient, der in ein Regelversorgungskrankenhaus komme, hat laut Lobmann ein Risiko von 10 bis 20 Prozent für eine Amputation. Durch regelmäßige Kontrollen, ein engmaschiges Therapienetz und vor allem gute Zusammenarbeit mehrerer Experten […] im Krankenhaus könne das Risiko für eine Amputation von 10 auf 3 Prozent gesenkt werden, führt Lobmann weiter aus. Er bezieht sich auf so genannte Majoramputationen, bei denen das Bein bis kurz unterhalb des Knies abgenommen wird. Hinzu kommt noch eine große Zahl kleinerer Amputationen von zum Beispiel einzelnen Zehen. „In einer zertifizierten Einrichtung der DDG liegt die Amputationsrate bei Majoramputation bei 3,1 Prozent. Das können wir anhand von über 30.000 Patientenfällen nachweisen“, fasst Lobmann zusammen.

Zeit für eine zweite Meinung vor Amputation

Auch, wenn die Zahl der Amputationen leicht gesunken sei, ist Lobmann der Meinung: „Es sind immer noch zu viele.“ In diesem Zusammenhang sieht er eher kritisch, dass die Vergütungen für die meist langwierige, konventionelle Behandlung gekürzt und die für Amputationen erhöht wurde. Die DDG sieht die Notwendigkeit einer ärztlichen Zweitmeinung vor Amputationen. Lobmann betont: „Die meisten Amputationen sind planbar. Da ist es nicht entscheidend, ob sie nach 24 oder 48 Stunden stattfinden.“

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

13.07.2018 | Von: Yuri Kravchenko/Shutterstock.com